Robo-ZOE: Renault testet autonom fahrende Taxi-Flotte

Während andere noch munter über innovative Mobilitätskonzepte philosophieren, ist Renault bereits zwei Schritte weiter. Bei dem französischen Hersteller hat die automobile Zukunft schon lange Fahrt aufgenommen – wohlgemerkt im besten Wortsinn. Und zwar nicht nur in Form von spektakulären Studien wie dem 500 kW (680 PS) starken und autonom fahrenden SYMBIOZ oder dem Renault EZ-GO, sondern ganz real.

Autonomes Elekto-Taxi von Renault: Einsteigen, anschnallen und staunen

Der Beleg: In der Normandie sind seit Anfang Juli dieses Jahres mehrere ZOE vollkommen autonom auf öffentlichen Straßen im Einsatz. Die erste autonome Taxi-Flotte Europas ist Teil des groß angelegten Pilotprojektes von Renault und des Rouen Normandy Autonomous Lab (RNAL). Der Clou: Jeder kann einsteigen und sich wie von Geisterhand zum gewünschten Fahrziel chauffieren lassen. Da der ZOE über einen fortschrittlichen Elektroantrieb verfügt, reisen die Taxi-Kunden sogar lokal emissionsfrei. Das freut die Umwelt und die Stadtbewohner gleichermaßen.
Und so funktioniert’s: Der Fahrgast ordert den „Robo-ZOE“ ganz bequem mit Hilfe einer speziellen App. Danach heißt es: einsteigen, anschnallen, entspannen und staunen. Derzeit bedienen die 100% elektrischen und 100% autonomen Renault ZOE drei verschiedene Routen mit 17 Haltepunkten rund um das Technopôle du Madrillet in Saint-Étienne-du-Rouvray. Weitere Fahrstrecken sind bereits in Planung.

Faszinierend fortschrittlich: Die Technik des „Robo-ZOE“

Mindestens ebenso faszinierend wie das autonome und rein elektrische Fahrerlebnis ist die Technologie, die Renault gemeinsam mit Partner Transdev in die schicke Karosserie des ZOE integriert hat. Dank der Kombination aus zahlreichen Kameras und Lidar-Detektoren (Light Detection and Ranging) mit modernster GPS-Technik und hochauflösenden Karten erstellen die ZOE-Rechner ein dreidimensionales 360-Grad-Bild ihrer Umgebung. Das Fahrzeug „weiß“ also zu jedem Zeitpunkt genau, wo es sich gerade befindet. „Robo-ZOE“ erkennt sowohl mobile als auch stehende Objekte.

Ganz gleich, ob andere Verkehrsteilnehmer, Fußgänger, Ampeln, unterschiedliche Fahrspuren oder Kreisel – der digitale Chauffeur sieht alles und bringt seine Gäste sicher ans Ziel. Hinzu kommt: Die Fahrzeuge empfangen ständig zusätzliche Informationen von speziellen Sensoren, die Renault entlang der Strecken positioniert hat. Somit erkennen sie also nicht nur ihre unmittelbare Umgebung, sondern können sogar vorausschauen. Das sorgt für ein zusätzliches Plus an Sicherheit. Auf dem Fahrersitz überwacht außerdem noch ein Mensch aus Fleisch und Blut sämtliche Parameter des Autos. Er greift jedoch nur im Notfall ein.

Ab 2022 bietet Renault voll automatisierte Fahrzeuge in Serie

Hintergrund: Im Rahmen des Strategieplans „Drive the Future“ wird die Renault Gruppe bis 2022 insgesamt 15 Fahrzeuge mit automatisierten Fahrfunktionen in Serie bringen. Bereits 2019 debütiert das erste Modell der Marke, das teilautonomes Fahren der Stufe zwei ermöglicht. Voll automatisiertes Fahren der Stufe vier – wie es schon jetzt die Renault Studie SYMBIOZ bietet – soll dann ab 2022 möglich sein.

Quelle Rouen Normandy Autonomous Lab: https://rouennormandyautonomouslab.com/.
Quelle Group Renault: https://group.renault.com/.

(Stand 09/2018, Irrtümer vorbehalten)

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